Kafe Marat: umstrittenes Plakat geistert schon seit 2012 durch das Internet *Update

*Update am Seitenende

Wo ich nicht ganz so erfolgreich war, da wurden andere fündig. Mein Mitarbeiter teilt mir mit, dass das Plakat, das im rechtsradikalen Propagandafilm „Der Linksstaat“ und im Antrag der Münchner CSU Verwendung findet, mindestens seit 2012 durch das Internet geistert. Und tatsächlich: in den Archivseiten der rechten Internetpostille „Metropolico.org“ – erst kürzlich mit dem nicht minder einschlägigen „Journalistenwatch“ fusioniert – findet sich ein Artikel, der dieses Plakat ebenfalls zum Thema macht.

Der Artikel stammt vom 23.09.2012 und wurde ebenfalls von Christian Jung, dem Autor des Films „der Linksstaat“, verfasst. Unter der Zwischenüberschrift „Kampf gegen Schweine“ findet sich folgender Text: „Am selben Tag konnte man dort auch das Plakat mit der Aufschrift „Hass auf Schweine – Kämpf mit uns!“ bewundern. Wer mit „Schweine“ gemeint ist, wird deutlich, wenn man sich das zum Plakat gehörende Bild betrachtet, auf dem ein Einsatzwagen der Polizei attackiert wird.“

Der Artikel wurde offenbar von Metropolico aus ihrer Vorgängerplattform „Blu-News“ – ebenfalls von Jung gegründet – übernommen und ins Archiv übertragen. Dies legt ein Nutzerkommentar nahe. Leider wurden dabei die Bilder nicht ebenfalls archiviert. So bleibt offen, ob bereits damals das selbe Bild verwendet wurde, das sowohl beim Film „Der Linksstaat“ als auch im Antrag der Münchner CSU zum Einsatz kam. Daß sich der Artikel allerdings auf das selbe Plakat bezieht ist eindeutig. Die Frage, wann und wo das Bild entstand bleibt nach wie vor ungeklärt. Tatsache ist aber, daß dieses Plakat seit mindestens 5 Jahren von Rechtsradikalen eingestetzt wird, um die Schließung selbstverwalteten Treffs in der Thalkirchner Straße zu betreiben.
Dessen Betreiber, der Verein „Zeit, Schlacht und Raum – Kultur im Schlachhof“, hat im übrigen mittlerweile klargestellt, daß er kein Verständnis für den Inhalt des Plakates hat. Der Vorwurf, „belegt“ mit einem Bild aus rechtsradikaler Quelle, ein solches Plakat hätte vor 5 Jahren oder noch früher an der Aussenwand des Treffs hängen können (wie lautet hier eigentlich der korrekte Konjunktiv?) – oder auch nicht – als Grundlage für einen Antrag zur Mittelstreichung? Das wäre schon ein seltsames Verständis unseres Rechtsstaates. Die CSU sollte ihren Antrag endlich zurückziehen.

Screenshots der „Metropolico“, die bereits 2012 das umstrittene Plakat zum Thema machen:

Update (11.09.2017)

Das Internet vergisst nicht. Über Internetarchive ist die ursprüngliche Fassung des Beitrags, der tatsächlich erstmals auf Blu-News erschienen ist, noch abrufbar. Hier erscheint auch das dazugehörige Bild. Auch wenn das Foto im späteren Verluf an den Rändern beschnitten wurde, ist recht gut zu erkennen, daß es sich um die selbe Einstellung und die selbe Fotografie handelt. Danke für diesen Hinweis. Damit dürfte ziemlich klar sein, daß das von der CSU verwendete Bild bereits seit mindestens 2012 in rechtsradikalen Blogs in Umlauf ist.

Original - Blu News - Text

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